Jumelage - Städtepartnerschaft Santes und Niedernberg
Reinhold und Geneviève – eine deutsch-französische Liebesgeschichte
Manchmal entstehen aus einer Städtepartnerschaft weit mehr als freundschaftliche Begegnungen. So lernte der Niedernberger Reinhold Wenzel bei einem der ersten Besuche der Fußballer der Spielvereinigung Niedernberg in Santes die junge Geneviève kennen. Aus der Begegnung wurde Liebe.
Noch bevor die Städtepartnerschaft zwischen Niedernberg und Santes im Jahr 1975 offiziell besiegelt wurde, gaben sich die beiden bereits
1973 das Ja-Wort. Damit war ihre Hochzeit – soweit heute bekannt – die
erste und bis heute einzige Eheschließung, die unmittelbar aus den Begegnungen zwischen beiden Gemeinden hervorging.
Die Hochzeitsfeier fand in der traditionsreichen Gastwirtschaft „Zur Gemütlichkeit“ in Niedernberg statt. Später übernahm Reinhold den Familienbetrieb von seinem Vater Lorenz Wenzel, während Geneviève ihm über viele Jahrzehnte tatkräftig zur Seite stand. Gemeinsam führten sie die Gastwirtschaft mit großem Engagement und wurden für zahlreiche Niedernberger sowie Gäste aus Santes zu herzlichen Gastgebern.
Aus ihrer Ehe gingen Kinder hervor, wodurch die Verbindung zwischen Niedernberg und Santes auch in der nächsten Generation fortlebt.

Aus der deutsch-französischen Liebesgeschichte wurde eine Ehe fürs Leben: Auch nach mehr als fünf Jahrzehnten sind Reinhold und Geneviève glücklich verheiratet und genießen gemeinsam ihren wohlverdienten Ruhestand.
Reinhold trat bereits im Alter von sieben Jahren der Spielvereinigung Niedernberg bei. Schon früh begeisterte ihn die Position des Torwarts. Er hütete zunächst in der Schüler- und Jugendmannschaft das Tor und stand anschließend von 1968 bis 1983 als Stammtorhüter der Ersten Mannschaft zwischen den Pfosten. Mit seinen Leistungen trug er über viele Jahre zum Erfolg der „Zebras“ bei und ist der Spielvereinigung bis heute als Mitglied verbunden.
Zeitungsbericht aus Santes 1985:
Übersetzung Zeitungsbericht aus Santes 1985:
Santes – Niedernberg: 10 Jahre Partnerschaft – Bis bald!
Anlässlich des 10. Jahrestages der Städtepartnerschaft Santes–Niedernberg werden 201 Besucher und Freunde aus der deutschen Partnergemeinde in der Stadt Philippe-Auguste de Nassau, Prinz von Oranien und Herr von Santes, am 21. und 22. September zu Gast sein.
Fußball und Tischtennis stehen natürlich im Mittelpunkt, denn sie waren der Ursprung dieser deutsch-französischen Freundschaft, die inzwischen 17 Jahre zurückreicht.
Ende der 1960er Jahre begegneten unsere Sportler aus Santes durch den Zufall einer kleinen Anzeige ihren Sportkameraden jenseits des Rheins. Aus einer sportlichen Begegnung, die ohne Zukunft hätte bleiben können, entstand fast zwanzig Jahre später eine wunderbare Geschichte der Freundschaft zwischen zwei Gemeinden ähnlicher Größe – eine in Rheinland und Bayern, die andere in Französisch-Flandern zwischen Weppes und Mélantois. Diese Freundschaft wird nun seit zehn Jahren durch die offizielle Partnerschaft besiegelt.
Zum Jubiläumsprogramm am Samstag, den 21. September, gehört zunächst das Steigenlassen von Tauben zur Begrüßung der Gäste. Anschließend steht der Sport mit Fußball- und Tischtennisspielen im Mittelpunkt. Außerdem wird die Kirche Saint-Pierre den Besuchern offenstehen – sie gilt als Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert und ist als historisches Denkmal eingestuft.
Nicht fehlen darf natürlich auch der „Bayerische Abend“, der von zwei Orchestern aus Niedernberg gestaltet wird. Kurz gesagt: Es erwartet die Einwohner beider Städte und ihre Nachbarn ein schönes Wochenende.
Ein Punkt bleibt allerdings noch offen: die Unterbringung der Gäste. Für 201 Personen müssen Schlafplätze gefunden werden – keine leichte Aufgabe. Deshalb bittet die Stadtverwaltung alle Einwohner, die die Möglichkeit haben, für eine oder mehrere Nächte (21. bis 22. September) einen oder mehrere Gäste aufzunehmen, dies möglichst bald im Rathaus mitzuteilen.
Dabei handelt es sich ausschließlich um die Übernachtung. Die Mahlzeiten werden nicht von den Gastgebern übernommen, sondern gemeinsam im Rahmen der verschiedenen Veranstaltungen eingenommen.
Für die Jugendlichen dürfte die Unterbringung kein Problem sein – sie werden vermutlich mit Unterstützung der Armee in großen Schlafsälen untergebracht. Für ältere Gäste ist diese Lösung natürlich weniger geeignet. Deshalb setzt die Gemeinde Santes auf die legendäre Gastfreundschaft der Menschen des Nordens, um dieses Unterbringungsproblem zu lösen.
Wir möchten hinzufügen, dass dies sicherlich auch die beste Gelegenheit für die Einwohner ist, ihre Gäste für einen Tag persönlich kennenzulernen.
Bildunterschriften:
- „Les pionniers, une vingtaine d'années plus tôt“
„Die Pioniere – etwa zwanzig Jahre zuvor.“ - „La rue du... Stade, bien sûr !“
„Die Stadionstraße – natürlich!“ - „Les enfants du jumelage : Katya et Yvonne, nées du mariage en 73 de Geneviève (de Santes) et de Reynold (de Niedernberg).“
„Die Kinder der Städtepartnerschaft: Katya und Yvonne, geboren aus der 1973 geschlossenen Ehe von Geneviève (aus Santes) und Reynold (aus Niedernberg).“













